Trotz aller Nachteile, das Elektroauto begeistert

Wie bewährt sich die umweltfreundliche Technologie im Familienalltag? Wir fragten Jana Görs. Vor zwei Jahren  stieg die alleinerziehende Mutter von einem Benziner auf ein E-Auto um.

(Magdeburg, 5. Juli 2016) Als Jana Görs den Motor startet, hört man nur ein leises Summen. Ein „Ready“ auf der Anzeige am Cockpit bestätigt dem Fahrer noch einmal visuell, dass das Auto jetzt fahrbereit ist. 

„Ich fühle mich wie in einem Raumschiff“, ist Jana immer wieder aufs Neue begeistert.

Das futuristische Design ihres Renault Zoe unterstreicht  optisch ihr Fahrgefühl. In der Ausstattung unterscheidet sich das Auto nicht von einem normalen Kleinwagen.

Der große Unterschied steckt im Motor.  Jana nutzt das Auto hauptsächlich in der Stadt und in einem Umkreis von rund 50 Kilometern. Das Auto bringt rund 140 Sachen auf die Straße, jedoch kostet schnelles Fahren viel Energie. Je nach Fahrverhalten und -bedingungen erreicht das Fahrzeug im Durchschnitt eine Reichweite von 100 bis 150 Kilometer. Dann muss der Akku wieder aufgeladen werden.

„Für lange Strecken ist das Auto definitiv nicht geeignet“, sagt Jana.

Diese Strecken fährt sie mit der Bahn oder mietet sich einen Benziner. Der Anschluss für das Ladekabel befindet sich am Grill hinter dem Fahrzeuglogo. Jana tankt ihr Auto bei sich zu Hause mit Ökostrom auf, denn Elektrotankstellen sind noch sehr rar gesäht.

Aber es gibt noch ein anderes Problem. Schnell mal volltanken wie ein Benziner geht nicht, denn das Aufladen der Batterien dauert im Schnelllademodus mindestens zwei Stunden. „Beim Händler muss man nachweisen, dass man das Auto zu Hause aufladen kann, sonst wird der Verkauf verweigert“, erklärt Jana.  Dafür muss vom Elektriker ein entsprechender Anschluss gelegt werden. „Das ist aber bei einem Eigenheim in der Regel kein Problem“.

Da eine notwendige Neuanschaffung der Batterien sehr teuer werden kann,  werden sie bei Renault zur Miete angeboten. Einmal im Jahr werden sie in der Werkstatt kontrolliert und gegebenfalls ausgetauscht.  Die Batterien müssen extra mit in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden.  Was Jana sehr nachteilig empfindet, ist, dass Autowerkstätten noch nicht auf Elektro-Autos eingestellt sind. So muss sie bei einem Problem in die Werkstatt des Autohauses, wo sie ihren Renault gekauft hat – und die ist in Hannover.

Janas Fazit:  Seine Stärken hat der Renault in der Stadt und auf der Landstraße.  Unterm Strich ist ein E-Auto in der Anschaffung plus Unterhalt teurer, als ein Benziner. Die Technologie und die Infrastruktur stehen noch am Anfang der Entwicklung. „Trotz aller Nachteile, bin ich sehr zufrieden. Ich und meine Familie sind schon seit langem von der Elektromobilität begeistert. Mit dem Kauf des Fahrzeuges möchte ich die Entwicklung unterstützen. Ich bin überzeugt, dass  die Technik sich weiterentwickeln wird. In 10 bis 20 Jahren wird sie sicher einen großen Schritt weiter sein“.

Hinweis
Dieser Artikel wurde im Magdeburger Familienmagazin ottokar veröffentlicht.

Florian Schreiter

Florian Schreiter ist Journalist und Storyscout. Er sucht nach Geschichten die etwas bewirken, die Impulse und Orientierung geben, Mut machen oder einfach nur unterhalten. Kontakt: fs@berichtenswert.info

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